Achtung Marderschaden!

Achtung Marderschaden

Ein Spätsommermorgen in Deutschland… nach erledigter Morgenroutine eilt der Mensch zum Auto, um zur Arbeit zu fahren. Dabei bemerkt er nicht, dass sein Vehikel über Nacht zum Schauplatz eines Verbrechens wurde. Schwere Fälle von Vandalismus oder auch heimtückische, auf den ersten Blick nicht sichtbare, aber brandgefährliche Beschädigungen im Motorraum sind die Verbrechen, die Jahr für Jahr von kaum fassbaren Tätern begangen werden. Die Übeltäter verstecken sich in nahen Wäldern und Kulturlandschaften und kommen nachts, wenn die ahnungslosen Fahrzeughalter schlafen. Dann machen sie sich über die Autos her, dringen ins Innere der Karosse ein und zerstören mit manischem Eifer, was ihnen in die Quere kommt.

Der Marder war da. Genauer gesagt, ein Steinmarder. Die possierlichen Fellträger betrachten während der Paarungs- und Aktivitätszeit von März bis Ende September jedes in ihrem Revier geparkte Auto als ihr Eigentum. Die praktischen, wind- und wettergeschützten Unterschlupfe werden zum Fressen und Ausruhen genutzt. Für Marder stellen sich unsere Autos als die perfekten Sommerhäuser dar. Wehe, wenn dann ein fremder Artgenosse da herumgeschlichen ist, oder gar seinen Duft hinterlassen hat! Dann muss alles raus. Dichtungen, Kabel, Gummi und Kunststoff in jeder Variation werden vernichtet, um die Spuren des Nebenbuhlers zu verwischen. Schließlich muss man sein Revier sauber halten und den Fortbestand der eigenen, jüngst gegründeten Familie sichern. Also Freispruch aus Mardersicht.

Spaß beiseite und Eines vorweg: Trotz all des Ärgers… Der Marder war zuerst da. Wir Menschen dringen immer weiter in seinen Lebensraum ein und locken ihn mit allerlei unwiderstehlichen Annehmlichkeiten. Sei es der Dachboden unseres Hauses, auf dem er geschützt und ungestört seinen Nachwuchs großziehen kann, unsere Gärten, die er zum Jagdrevier erklärt, oder eben unser Auto, das ihm als Fress- und Ruheplatz dient. Der Marder hat gelernt, mit uns zu leben, auch wenn wir nicht immer die einfachsten Nachbarn sind. Wie viele Kulturfolger zahlt er diese Anpassung leider oft mit dem Leben, sei es als Opfer eben jener Autos, die er im Ruhezustand so schätzt, oder durch direkte Nachstellung. Letzteres ist übrigens durch Privatpersonen streng verboten, da der Steinmarder dem Jagdrecht unterliegt. Ich würde mir wünschen, dass dem Marder und allen Wildtieren, die es in unserer Nähe noch aushalten, ein bisschen Nachsicht und Respekt entgegengebracht wird.

Schließlich können wir die im folgenden beschriebenen Schäden mit ein bisschen Aufmerksamkeit selbst entdecken, bevor es zu schlimmeren Folgeschäden kommt. Wer nicht an der Versicherung spart und sich im Vorfeld gegen Tierbiss- und Wildschäden versichert, was in ländlichen Gebieten ohnehin empfehlenswert ist, bekommt die Schäden vollständig ersetzt und selbst bei einer Teilkaskoversicherung wird in der Regel gut gezahlt.

Was lockt den Marder an?

Marder sind territoriale, kleine Raubtiere. Sie beanspruchen ein bestimmtes Gebiet für sich und verteidigen dieses. Hat sich also ein fremder Marder in ihrem Revier aufgehalten oder es durchquert, gehen sie dessen Spuren nach, um den Übeltäter zu vertreiben. Wenn der Marder Hinweise auf einen Konkurrenten in Form von Duftmarken findet, werden diese zerstört und mit dem eigenen Duft übertüncht. Tja und da ist es dem Marder leider egal, ob das Corpus Delicti ein Baumstumpf oder eben Ihr Motor ist.

Angeblich sollen auch bestimmte Materialzusätze im Kunststoff die Marder anlocken. Und tatsächlich: Biologische Weichmacher auf Basis von Pflanzenölen und Fischmehl werden von Fahrzeugherstellern verwendet.  Das macht den Schlauch natürlich weniger giftig für die Umwelt, aber dafür umso anziehender für den Marder.

Im Übrigen sieht es Statistiken zufolge so aus, als bevorzuge der Marder bestimmte Automarken wie BMW, Audi, VW, Mercedes und Skoda, während ihm das Innenleben von Renault, Toyota, Ford und Suzuki nicht so sehr mundet.

Woran erkenne ich, dass ein Marder in meinem Auto war?

Ein paar Indizien lassen darauf schließen, dass ein Marder ihr Auto besucht hat. Zum Beispiel Pfotenspuren auf dem Lack oder im Motorraum. Der Marder hat, anders als Katzen, fünf Zehen an jeder Pfote. Zudem sind die Spuren etwas langgestreckter, wirken also ovaler als die Spuren von Stubentigern.

Reste von kleinen Tieren wie Fell oder Knöchelchen, sowie Teile von Eierschalen oder andere Nahrungsreste rund um, oder unter dem Auto können uns ebenfalls auf den nächtlichen Besucher aufmerksam machen. 

Ein unerklärlicher aber penetranter Geruch nach Urin oder Kot kann ein weiterer Hinweis sein, denn der Marder nutzt unser armes Auto auch als Toilette, wenn er es sich einmal gemütlich gemacht hat. Marderkot kommt in etwa 10 Zentimeter langen, 1 bis 2 Zentimeter dicken Würsten daher, die oft gedreht abgelegt werden und meistens noch Spuren von Knochen, Federn und Steine von Früchten enthalten.

Austretendes Kühlwasser ist ein Indiz dafür, dass der Marder schon zugebissen hat. Dreieckige Bisspuren in Kabeln, Schläuchen und Leitungen sind fast schon ein sicherer Beweis für die Marderrandale. Gerne werden auch Achsmanschetten angeknabbert oder Isolationsmaterial durch zerkratzen beschädigt. Da Marder keine Nagetiere sind, zeichnen sich die Spuren ihres katzenähnlichen Gebisses auch durch kleine, tiefe Löcher aus.

Welche Schäden kann der Marder anrichten?

Kunststoffe und Gummi jeder Art haben es dem Marder angetan. An diesen Materialien haftet der Geruch ihrer Artgenossen besonders gut und somit machen sie sich zur Zielscheibe des Marderzorns. Die territorialen Tiere vergreifen sich also an allem, was aus diesen Materialien besteht und zugänglich ist. Zum Beispiel:

-          Kühl- und Wischwasserschläuche

-          Zündkabel

-          Stromleitungen

-          Faltenbälge

-          Gummimanschette

-          Isoliermatten.

Die betreffenden Teile werden mit den spitzen Zähnen durch Beißen perforiert, aufgerissen, oder gleich ganz durchgekaut. Mit ihren sehr beweglichen Pfoten unterstützen sie diese Arbeit und, gerade wenn es um zerfetzte Isolierungen geht, kann es im Motorraum ganz schön wild aussehen.

Offensichtliche und starke Beschädigungen sind eine Sache, aber besonders Gummischläuche werden manchmal ohne sofort erkennbaren Effekt perforiert und lecken später. Das kann im schlimmsten Fall zu einem Motorschaden führen. Marder haben übrigens kein Interesse an Benzinleitungen, Bremsschläuchen und Keilriemen wie es aussieht.

Nebensächliche aber unangenehme Schäden sind Verschmutzungen durch die Tiere und ihre Nahrungsreste, sowie Ausscheidungen.

Wie kann man Marderschäden vorbeugen?

Wenn Sie wiederholt Schäden durch Marderbisse zu beklagen haben, kann es sein, dass ihr Parkplatz direkt auf einer beliebten nächtlichen Route der Tiere liegt. Wie viele andere territorial veranlagte Tiere, setzt auch der Marder gerne an auffälligen Stellen an “Hauptstraßen“ auf den Routen der Kollegen seine Duftmarken. In diesem Fall würde ein anderer Stellplatz zügig Abhilfe schaffen.

Auf dem Markt finden sich Ultraschallgeräte, die den Marder vertreiben sollen. Zwar beeinträchtigen die Ultraschallwellen das Wohlbefinden der Tiere, allerdings lassen sich viele hartgesottene Exemplare davon nicht dauerhaft abschrecken. Ähnlich verhält es sich zum Beispiel mit Maulwürfen, die sich ebenfalls über längere Zeiträume regelrecht an die Dauerbeschallung gewöhnen.

Geruchssprays können wohl auch kurzfristig helfen und den Marder abschrecken. Jedoch sind die Tiere klug und anpassungsfähig. Spätestens, wenn sie einmal den Mut gefunden haben, eben doch in das Auto zu klettern und dann die dort geruchlich vorgegaukelte Gefahr nicht finden, ist ihnen alles egal und sie kommen immer wieder. Eine unserer Mitarbeiterinnen erzählte mir, dass in ihrer sehr ländlichen Nachbarschaft mit Toilettensteinen gute Erfolge erzielt wurden. Hier bliebe natürlich zu prüfen, ob der Stein nicht in irgendeiner Weise eine Gefahrenquelle im Motorraum darstellen könnte.

Wer den Verdacht hat, dass sein Auto schon von einem Marder besucht wurde, ohne dass Schäden entstanden sind, kann mit einer Motorwäsche vorbeugen. So lassen sich die Gerüche des Tieres gut entfernen und ein anderer Marder wird erst gar nicht angelockt, oder verfällt bei einem Besuch des Autos nicht gleich in einen Tobsuchtsanfall, weil er die Konkurrenz wittert. Eine Motorwäsche sollte immer vom Fachmann vorgenommen werden. Eine Versiegelung des Motorraums im Rahmen einer Nachrüstung hilft natürlich auch, ist aber vergleichsweise teuer und nicht immer möglich.

Am sichersten und sogar von Versicherungen empfohlen ist ein zusätzlicher Schutz von Kabeln und Leitungen. Hier kann mit hitzebeständigem Wellrohr in verschiedenen Größen gearbeitet werden, um Schläuche und Kabelstränge extra zu ummanteln. Zur Befestigung eignen sich ebenfalls hitzestabilisierte Kabelbinder mit entsprechender Zertifizierung, wie zum Beispiel unser HPER®-Kabelbinder.  

Für den Schutz von Leitungen auf Ihrem Dachboden, zum Beispiel für Photovoltaik- Anlagen, empfehlen wir Dualflex- Wellrohr. Durch das doppellagige, robuste Material und die geriffelte Struktur bietet es dem Marder ordentlich Widerstand und bewahrt Sie so vor, unter Umständen kostspieligen Reparaturen.

Wir beraten Sie gerne zum Thema Kabelschutz und suchen mit Ihnen das passende Wellrohr, um Ihr Auto zu schützen. Wenden Sie sich gern direkt an unsere Kundenberater, zum Beispiel per E-Mail an vertrieb@emc-direct.de oder unter der Durchwahl +49(0)2369 98469-15. Bestellen können Sie hitzebeständiges Wellrohr und Kabelbinder direkt bei unseren Kundenberatern oder in unserem Webshop unter www.emc-direct.de.

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