Aderendhülsen: allgegenwärtig und ungeheuer praktisch

Aderendhülsen: allgegenwärtig und ungeheuer praktisch

Ob Profi oder Heimwerker, wohl jeder von uns hat schon einmal eine Hülse für das Kabelende in der Hand gehabt, wenn er eine Lampe befestigen wollte. In der elektrischen Verbindungstechnik sind ganz verschiedene Anschlusstechniken geläufig und manch einer fragt sich, ob er bei einem Leiteranschluss immer eine Aderendhülse benötigt. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte zum Thema.

Der Nutzen von Aderendhülsen

Aderendhülsen sind aus Kunststoff und dienen dem Schutz der abisolierten Enden von Litzenleitungen. Das Einführen einer abisolierten Leitung in eine Lüsterklemme kann sehr kompliziert sein. Selbst wenn wir die Drähte kräftig verdrehen, ragen einzelne immer noch heraus oder brechen beim Befestigen der Schraube ab. Diese Art der Verkabelung ist nicht nur unpraktisch, sondern auch unzulässig. Sie stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Mit Aderendhülsen kann man das Problem beheben. Sie werden einfach auf die Litzendrähte geschoben und anschließend verpresst. Gerade bei Litzen mit sehr feinen Drähten ist das mehr als sinnvoll, denn nun lassen sich die einzelnen Drähte beschädigungsfrei in der Klemme befestigen. Zwar gibt es nicht für alle Klemmentypen die Pflicht zur Verwendung von Aderendhülsen, doch auch wenn sie nicht vorgeschrieben sind, ist es sinnvoll, sie einzusetzen – denn man vermeidet damit Kurzschlüsse. Bei Leitungen, die aus einzelnen Litzen bestehen, werden die Hülsen, sofern die Anschlussklemmen nicht für den Anschluss an einer unkonfektionierten Litzenleitung vorgesehen ist, vorgeschrieben. Verwendet man Klemmen, bei denen eine Zunge auf den Leitungsdraht drückt, braucht man die Endhülsen nicht.

Welche Vorteile bieten Kabelendhülsen?

Kabelendhülsen bieten sowohl mechanisch als auch elektrisch viele Vorteile. Werden sie mit geeignetem Werkzeug bearbeitet, ist die Verdrahtung sehr effizient und das Arbeitsergebnis sicher und wirtschaftlich. Die Kabelendhülse schützt nicht nur vor Beschädigung, sondern auch vor dem Verbiegen und Aufspleissen einzelner Litzenenden. Auch bei den aktuellen Anschlusstechniken werden Litzenenden immer noch vorkonfektioniert. Denn die Hülse birgt eine Menge Einsparpotenzial beim Abschneiden, Isolieren und Crimpen der Leiter. Die Hülsen wurden bereits in den 1960er Jahren erfunden und haben sich seither mehr als bewährt. Damals hatte der mechanische Schutz des Kupferleiters in der Klemme oberste Priorität. Denn es kam häufig vor, dass die Klemmschraube Kontakt zum Leiter bekam, was Beschädigungen zur Folge hatte. Abhilfe schuf man, indem man die Litzenenden miteinander verlötete. Doch auch bei dieser Technik gab es erhebliche Kontaktprobleme, so dass die Methode schließlich ganz verboten wurde. Hierauf sind wir in unserem Blogartikel: ”Löten verboten?” bereits einmal genauer eingegangen.

Was sind Twin-Aderendhülsen?

Neben Einfach-Aderendhülsen, gibt es auch Zweifachhülsen, so genannte Zwillings- oder Twin-Aderendhülsen. Auch diese gibt es in vielen verschiedenen Längen und Durchmessern. Mit ihrer Hilfe lassen sich zwei Einzeldrähte des gleichen Querschnitts bequem in eine Hülse einführen und an den Enden pressen.

Wie unterscheiden sich Kabelendhülsen mit und ohne Isolation?

Kabelendhülsen sorgen für kurzschlusssichere Leitungen. Der Markt bietet sie in diversen Längen und Querschnitten an. Der häufigste Grund für die Verwendung von isolierten Kabelendhülsen sind Sicherheitsvorschriften. Auch unisolierte Kabelendhülsen haben den Zweck, die Enden von Litzenleitungen zu schützen. Eine Kabelendhülse mit Isolierung stützt den Draht, deshalb ist sie viel dicker als die unisolierte. Die nicht isolierten Materialien garantieren eine besonders gute elektrische Leitfähigkeit. Generell müssen Leitungen aus Einzellitzen, wenn die Anschlussklemme nicht für das Anschließen von unkonfektionierten Litzenleitungen zugelassen ist, mit Kabelendhülsen versehen werden. Die Hülsen beugen dem Aufspleissen der Einzeldrähte in den mehrdrahtigen Kupferleitungen vor. Gleichzeitig machen sie das Einführen in die Klemmen leichter.

Wie werden Kabelendhülsen richtig verpresst (gecrimpt)?

Die feinen Drähte am Ende einer Litzenleitung lassen sich nicht gut klemmen, deshalb muss das abisolierte Ende der Litze geschützt werden. Für diesen Vorgang werden Aderendhülsen sowie geeignetes Werkzeug in Form einer Presszange benötigt. Für jeden Querschnitt gibt es die richtigen Hülsen. Diese können mit oder ohne Schutzkragen ausgestattet sein. Für eine wirklich saubere Isolation werden allerdings Hülsen mit Schutzkragen empfohlen. Je nach Querschnitt haben sie eine andere Farbe, was die Arbeit deutlich erleichtert. Um die Endhülsen für Litzenleitungen richtig zu pressen, braucht man geeignetes Crimpwerkzeug. Crimpen verhindert, dass einzelne Drähte aus der Klemme rutschen und ist gesetzlich vorgeschrieben. Das ideale Crimpwerkzeug ist die Crimpzange, denn sie wurde speziell für diese Aufgabe entwickelt.

So wird das Crimpwerkzeug genutzt:

Zunächst trennt man den beschädigten Teil des Kabels mit einem Seitenschneider ab. Am neuen Endstück wird die Ummantelung einige Zentimeter vorsichtig mit einem Cutter abgetrennt. Wichtig: die Leiterdrähte dürfen dabei nicht beschädigt werden. Wenn die Adern freiliegen, isoliert man ein etwa 10 mm langes Stück mit der Abisolierzange. Danach werden die freiliegenden Drähte verdrillt und eine Hülse aufgesetzt. Hülsen müssen exakt den richtigen Querschnitt haben, dürfen also weder zu klein noch zu groß sein. Um die passende Hülse schnell zu finden, hat ihr Kragen eine definierte Farbe. Jetzt drückt man mit dem Crimpwerkzeug zu. Auch dieses (die Crimpzange) muss dem Leitungsquerschnitt entsprechen.

Warum gibt es unterschiedliche Farbcodes bei Hülsen und was bedeuten sie?

Die Schutzkragen haben immer eine bestimmte Farbe. Sie gibt Aufschluss über den maximalen Querschnitt des Drahtes, der eingeführt werden kann. Die Farbkodierungen entsprechen in der Regel der DIN-Norm 46228, sind aber nicht immer hundertprozentig zuverlässig. Hülsen mit 1 mm Querschnitt sind nach dem deutschen Farbcode gelb, mit 1,5 mm Durchmesser rot, mit 2,5 mm blau und mit 4 mm Querschnitt grau. Daneben gibt es noch viele weitere Farben. Die DIN 46228 weicht vom deutschen Farbcode ab. Geht es nach dieser Norm, sind 1 mm dicke Schutzkragen rot markiert.

Was bedeutet die EN 60999-1/VDE 0609?

Alle Klemmverbindungen (mit und ohne Schrauben) unterliegen der EN 60999-1/VDE 0609. Diese europäische Industrienorm legt fest, dass eine mechanische Leiterklemmstelle vom Hersteller so ausgelegt sein muss, dass sich sämtliche nicht vorbereiteten Leiterarten sicher anschießen lassen. Die Kabelendhülse ist nur eine Möglichkeit zur Vorbehandlung von elektrischen Leitern und erleichtert den Anschluss von flexiblen Leitern. Das Klemmprinzip hat hierauf keinen Einfluss. Die EN 60999-1/VDE 0609 bezieht sich ausschließlich auf Kupferleiter. Für einen flexiblen Kupferleiter ist die Konfektionierung mit einer Hülse laut dieser Norm also nicht vorgeschrieben. Die Reiterklemmen-Norm IEC 60947-7-1 besagt, dass Hersteller dann eine Leitervorbehandlung angeben müssen, wenn diese für den sicheren Anschluss eines Leiters relevant ist.

 

Wir beraten Sie gerne, um zu herauszufinden, welche Hülse für Ihre Ansprüche passt. Aderendhülsen in isolierter und unisolierter Ausführung, als Einzel- oder Twin- Hülse können Sie dann jederzeit bei unseren Vertriebsprofis unter der Durchwahl +49(0)2369 98469-15 oder in unserem Webshop unter www.emc-direct.de bestellen.

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